Die Zeit fliegt…

…nur so dahin. In drei Wochen werd ich Tokyo den Rücken zukehren und für ein paar Tage auf die Insel – was auch bitter nötig ist. Ich weiß schon gar nicht mehr wie echte Natur überhaupt aussieht – ist ja auch kein Wunder in einer Stadt, in der es Sauerstoffbars für Hunde gibt (http://www.sueddeutsche.de/,ra2l2/panorama/artikel/700/133451/).

In letzter Zeit hätte ich mich ab und an gerne mal als Hund ausgegeben. Vorletztes Wochenende hatte ich Besuch von Fux und Aude aus Deutschland was natürlich in einer 3-Tage-Tokyo-Extrem-Tour endete – dafür konnte sie auf ihrem weiteren Trip wohl auch nicht mehr allzuviel schocken. Und letzes Wochenende kam dann Basti, ein alter Yamasa-Veteran mit dem ich schon vor über drei Jahren (mein Gott bin ich alt) Japanisch gelernt hab. Drei Tage später und über 20.000 Yen ärmer war ich einfach nur noch dankbar für den Feiertag am Montag (der”ehrt die Alten Tag”). Ach ja und dieses Wochenende kommen Fux und Aude wieder und das drauf vielleicht auch Basti nochmal…

Am letzten Wochenende vor meinem Inseltrip nach Okinawa gehts auch noch nach Hiroshima, der erste Business-Trip meines Lebens, den ich auch quasi als kleine Belohnung für die Fertigstellung der Website spendiert bekommen hab. Bleibt mir also noch, hmmm lass mal überlegen, minus ein Wochenende um was für meine BA-Arbeit zu machen. Irgendwie bin ich aber trotzdem wieder ausgeglichen, was vielleict auch daran liegt, dass ich mich inzwischen irgendwie damit arrangiert hab, den (sehr beträchtlichen) Rest meiner Arbeit in Deutschland zu schreiben und die Zeit hier noch so gut es geht zu nutzen.

Am 18. Oktober bin ich dann wieder in Deutschland und irgendwann Ende Oktober dann in Münster – jedenfalls für ein paar Tage. In der Zeit muss ich 1. Irna klarmache, dass sich Inhalt und Abgabetermin meiner Arbeit etwas ändern wird, 2. ausziehen und 3. derbe Drecksauparty machen. Bis ich dann nächstes Jahr irgendwo weiterstudiere werd ich mein Lager in Weimar zusammen mit Sinja aufschlagen – ich kanns gar nicht fassen, dass ich mal ne Weile keine Fernbeziehung führen muss ^___^ Werd aber trotzdem mindestens bis Ende des Jahres öfter in Münster sein, also kein Grund zum Trübsal blasen…

Trotz der Gefahr, dass die meißten von Euch sich wohl spätestens jetzt gelangweilt abwenden, schreib ich noch weiter, weil ich nicht weiß, wann ich wieder dazu komme. Wir haben einen neuen Mitbewohner, er heißt Tristan und kommt aus Frankreich. Wobei man das eigentlich nicht so sagen kann. Seine Mua ist wohl eine neuseeländische Ureinwohnerin, die aber schon mit 18 nach Frankreich kam und sein Vater ist (halb-?) Japaner. Deswegen hat er auch noch Familie in Japan und einen japanischen Namen: Takashi.

Takashi ist zwar erst im im zarten Alter von 18 Jahren, allerdings is sein Leben schon recht bewegt. Zunächst mal ist er seit drei Jahren mit einer Japanerin zusammen, die sechs Jahre älter ist als er. Blöd ist dabei vor allem, dass der Dad von ihrn der Meinung ist, dass die Zeit für eine Beziehung erst dann gekommen ist, wenn man selbstständig ist also beide einen festen Job, Wohnung etc. haben. So lange dürfen die Beiden, wenn es nach ihm geht, nicht telefonieren und sich natürlich erst recht nicht treffen.

Seine Freundin hat zu allem Übel vor kurzem ihrem Vater eröffnet, dass sie in Amerika studieren will, was diesen so in Rage gebracht hat, dass er ihr Handy beschlagnahmt hat. Ergo kann Takashi sie nicht anrufen oder sonstwie kontaktieren. Er ist daraufhin kurzerhand zu Ihrem Haus adventured wo allerdings niemand am Start war. Ausser der Nachbarin, die ihn für einen Räuber/Vergewaltiger was auch immer gehalten und ihm gedroht hat, die Cops zu rufen wenn er nicht sofort verschwindet.

Das Ende vom Lied ist, dass Takashi ihr ne mail geschickt hat und nun ziemlich Liebeskrank in unserer WG vor sich hinvegetiert. Könnte allerdings auch sein, dass das der Anfang vom Lied ist denn Takashi hat den festen Plan hier Karriere zu machen und zwar als HipHop MC. Hat er wohl auch schon in Fronkraisch gemacht, er kennt ne Menge crews hier und hat tonnenweise nicen japanischen HipHop, den ich mir unbedingt cheggern muss. Ob er was kann weiß ich nicht, er hat am Samstag irgendwo n Auftritt, aber wahrscheinlich hab ich keine Zeit mir das anzuschauen.

Ich kann Takashi echt gut leiden, aber der Junge ist so verpeilt…. Er hatte bis gestern nicht mal ne Uhr (hab ihm erst mal meine überlassen) er war noch nie selber einkaufen, hat sich noch wie selber was zu essen gekocht und ernährt sich bis jetzt bei MC D. Japanisch kann er auch so gut wie gar nicht und ich bin echt mal gespannt, wie das alles weitergeht. Ich wünsch ihm nur das Beste, aber wahrscheinlich wird sich seine Freundin mal irgendwann zwischen ihrem Dad und ihm entscheiden müssen. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass der Alte Herr HipHop MC als respektablen Beruf ansieht und jemals seine Hüften auf nem Battle von seinem Schwiegersohn schwingen wird…

Als Belohnung für alle, die bis hierhin gelesen haben, hier ein kurzes Video vom Tempelfest um die Ecke und nochn paar random-pix aus meinem Japan-Archiv – auf den letzten Partys war niemand in der Lage Bilder zu machen aber die unten kommen dem ganzen doch recht nahe…

Aber erst mal der Tempel des Wissens (hab leider das Video vom computergesteuerten Archiv verhuft)

Tempel des Wissens

Tempelfest

At the beach

Big in Japan

Das Elend nimmt seinen Lauf…

Im Isakaya

Party Crew

Wenns am schönsten ist, soll man aufhören!

~ von shu10injapan am September 20, 2007.

8 Antworten to “Die Zeit fliegt…”

  1. ha! Da hab ich ja n gutes Timing gehabt, der Eintrag scheint ja ziemlich frisch zu sein hehe. Hab ohne probleme bis zum ende durchgelesen, is doch immer schön geschichten von dir zu lesen. Krass fux war mit Aude da… boa ich will auch!! Aber im moment isses hier eher so, dass ich mit 50 Euro den rest des Monats irgendwie überleben muss, was primär ja erstmal heisst: KEINE PARTY!! Und das schmerzt, aber egal.. du ziehst erstmal nach Weimar? Find ich gut, sollte ich in nem halben jahr wirklich schon zurückkommen sind wir dann ja nimmer soweit auseinander. Dein mitbewohner klingt echt gude verpeilt, aber hey solche geschichten schreibt das leben. Achja und ich hab Julia hier kennengelernt aus Münster,,, witzige geschichte ;)
    so schutte (oder lieber Fabske Harrharr) bis bald und halt die ohren steiff, unsere zukunft wird groooßartig werden!!

  2. achja und was heisst denn “kakui” auf dem video am ende ?!?
    Einscheissen???? Muharrharr

  3. Menschen, die auf der Straße liegen und vor sich hin singen, ganz ehrlich: so stell ich mir Tokyo vor!!!! Und btw wo auch immer du hinziehen wirst, wir sehen uns eh wieder – kannst mir gar nicht aus dem Weg gehen :)
    Julchen aus Barcelona mit der schwarzen Kapuze auf dem Kopf!

  4. Hey Big Fab, das klingt doch alles sehr aufgeraeumt und sehr weitsichtig.
    Da wir es beide nicht zu sebos “verteidigung” schaffen, setze ich meine hoffnungen auf Anfang November.
    Namaskar,
    Ben

  5. Hola Fabi-Schätzken…ich bin wieder da-ha….mit viel Raki, Sonne und bomben Laune im Gepäck warte ich jetzt eigentlich nur noch das der Großmeister der japanischen Feierkunst an den Start kommt…wann ist denn Stichtag? I freu mi wi a schnitzel oaf di und sag schon mal dem Bürgermeister von Münschter er soll die Fenster in der ganzen Stadt vernageln lassen…wenn wir los ziehen bleibt ja nix mehr heil! HUG

  6. Muhar, in Deutschland bin ich Donenrstag Nacht wieder, in Muenster so ca. ne Woche spaeter. Sitz grad in nem Backpacker in Okinawa und zieh mir gleich noch ne Ladung Sushi rein, nachdem ich heute am obernicesten Strand auf Japans heiligster Insekl war…

    greetinx,
    shu10

  7. großartig großartig groß groß groß…dann freu ich mich nen Keks auf Sushi und Stories en masse….flieg gut nach Hause und meld dich, wenn du deutsches (fest-)Netz hast! HUggy Hug

  8. moin Fabi, sauerstoffbars für hunde, warum nicht – aber ‘ne echte bereicherung für die menschheit wären mal toiletten für hunde! hier in paris liegen überall tretmienen herum – ein einziges sperrgebiet sind parks! – dein mitbewohner scheint wirklich ein besonderes exemplar zu sein – ich darf mir dafür hier im wohnheim jeden morgen eine andere sex-story anhören! noch schöne tage in okinawa und auf ein wiedersehen in ms, weimar oder paris!

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